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Language:
Deutsch
Series:
Part 4 of Yna Delta - deutsche Version , Part 14 of Salaminus' Geschreibsel
Stats:
Published:
2024-07-30
Completed:
2025-08-21
Words:
8,104
Chapters:
3/3
Kudos:
3
Bookmarks:
2
Hits:
111

Schatten Umbaras und Coruscants Wellen

Summary:

Nach Umbarra landet Dogma nach Kamino bei der Garde. Die 501.ste versucht immer noch herauszufinden, was mit Dogma passiert ist.

Die Garde schützt ihre eigenen. Und wenn es vor Vode selber ist, dann ist es eben so.

Chapter Text

 

Waves starrt von seinem Tresen auf, auf die Frau vor ihm, welche gerade das Hauptquartier der Coruscantgarde betreten hat. Ungewöhnlich, unpassende Zeit, zumal die Natborn Rüstung trägt und ihn vorsichtig anlächelt, ehe sie die Hand hebt— sie passt hier nicht rein, was… macht sie hier. Sie ist keine Senatorin, nein, das ist eine Natbornoffizierin, eine Captain, wenn er das richtig sieht. Erstmal zupft sie ihre ID-Karte aus der Tasche, schiebt sie über den Tresen in Waves‘ Richtung. „Hi, Yna Delta, 501.tes und 212.tes Bataillon. Einer unserer Jungs ist zu euch transferiert worden, ich… ich kann ihn nicht mehr erreichen seitdem. Ist Dogma da?“

Dogma. Dogma, das verstörte Küken der 501.sten, der schreiend nachts aufwacht, wenig spricht, wenig schläft, sogar für Corrieverhältnisse. Und über sein altes Bataillon schon gar nicht, noch viel weniger darüber, was passiert ist, dass er von Kamino zurückkam. Es muss auch keiner wissen, sie alle sehen die vernarbten Handgelenke, die Narben überall sonst, wenn sie im Fresher stehen. Ganz abgesehen davon, dass das eine Natborn ist und Waves arbeitet bei den Corries schon lange, seit Kriegsbeginn.

Natborns heißen Ärger. Natborns betreten die Garde nicht, niemals.

„Ma’am. Es tut mir leid, ich weiß nicht, von wem Sie sprechen. Haben Sie eine Nummer?“

Yna schaut irritiert, mit diesem Gesichtsausdruck, den Waves zu gut kennt. Irgendwann wird er einen von ihnen dafür verprügeln, so wie sie das mit ihnen machen. „Numm—du meinst.. Habt ihr zwei Dogmas? Also, seine CT-Nummer ist 6922, er – er sollte vor einem Monat von Kamino runter, dann zu euch gekommen sein.“

Aha. Stimmt alles, wieso weiß sie das. Waves wirft einen Blick auf den Panikknopf unter seinem Tisch, entscheidet sich dann dagegen, die kriegt er abgewimmelt. „Ma’am, tut mir leid. Da kann ich ihnen nicht helfen.“

„Wie nicht— Er ist doch hier, oder. Also, ich weiß das, ich versuche seitdem ihn zu erreichen - sag mir bitte, dass ihm nichts passiert ist, geht… es geht ihm doch gut, oder?“

Jetzt wird es richtig spannend, ganz langsam legt Waves seinen Finger auf den Knopf, als würde er nur das Datapad ein Stück verschieben. Natborn, die namentlich zu einem Klon will, ihn nicht erreichen kann.

Nicht heute. Nicht Dogma. Er hat ihn erst gestern schreien gehört.

„Wenden Sie sich bitte an Commander Fox, Ma’am, aber ich kann ihnen versichern, wenn Sie—“

„Da war ich doch schon, also habe eine Mail geschrieben, aber der Commander ist ein Marshall, ich weiß, was da für Papierkrieg abgeht, der hatte bisher keine Zeit zu antworten.“

Lässt nicht locker, verdammt. Selten tauchen Natborns hier auf, aber wenn sie es tun, heißt es nie etwas Gutes. Umso gerader setzt Waves sich hin, starrt durch sein HUD Delta an. Jung ist sie, Mitte zwanzig vielleicht, auf ihrer Rüstung klebt Dreck, der dunkle geflochtene Zopf ist halbaufgelöst, die Strähnen hängen ihr ins Gesicht, fallen ihr in die stechend blauen Augen. Gut zum identifizieren, mit ihrem markanten Gesicht.

Er wird sie gleich durchs System jagen, aber auf keinen Fall ihre ID nehmen. Die bleibt genau da liegen, wo Delta sie hingelegt hat. „Ma’am, tut mir leid. Ich kann Ihnen nicht helfen.“

Sie lehnt sich nach vorne, die Zähne aufeinandergebissen, Waves presst die Kiefer zusammen, wartet auf einen Schlag, einen hackenden Zeigefinger— Nichts davon passiert. Stattdessen hält sie ihm ein Stück Flimsi entgegen, auf dem krakelige Nummern stehen. „Kannst du ihm dann bitte das geben? Meine Komnummer. Er kann sie eigentlich auswendig, aber ich kann ihn nicht erreichen, Dogma würde niemals— Sein Kom muss zerstört worden sein.“

Das Flimsi knarzt leise, als Waves es ihr aus der Hand nimmt. „Ma’am.“

Delta atmet leise aus, dreht sich zur Seite, will gerade erneut ansetzen, als ihr Kom grün blinkt. „Ynalina, wo bist du denn?“

Das ist die Stimme eines vo’ds, GAR, niemand von den Corries würde jemals freiwillig eine Natborn anrufen und garantiert niemals so klingen.

Sie starrt auf de Kom, dann zuckt ihr Blick hoch, sieht Waves durch das Visier seines Helmes direkt in die Augen. „Gib es ihm, bitte. Bitte.“

Dann dreht sie sich herum, grapscht ihre ID-Karte vom Tisch und macht sich auf den Weg nach draußen. „Fives, entschuldige, ich musste was Wichtiges erledigen.“

„War ja brutal wichtig, dass du direkt vom Schiff runterbist. Weiß Cody das?“

Yna knurrt leise, drückt auf den Öffnungsknopf der Eingangstüre. „Denk mal scharf nach, Lasergehirn…“

Die Türen schnappen hinter ihr zu, Stille kehrt ein im Eingangsbereich, doch Waves bewegt sich nicht, beobachtet über die Kameras, wie Delta das Gardegebäude verlässt, auf einen Speeder – einen GAR-Speeder mit Waffensystemen – steigt, ehe sie Gas gibt.

Sie taucht auf der zweiten Kamera wieder auf, fädelt sich in den Verkehr ein, direkt auf die linke Spur, wie die nächste Kamera zeigt. Wieder eine weiter, noch eine, noch eine – zurück zum Hafen, dort, wo seit heute ein Jedikreuzer liegt. Die 501.ste ist vor einer halben Stunde gelandet, heute Abend werden sie saufen, die Besoffenentanks wieder voll sein, sie werden sich prügeln, mit ihren eigenen Brüdern, Beschimpfungen über die Garde werden fliegen, weil sie an der Heimatfront stationiert sind, nie den echten Krieg gesehen haben. Weil sie es leicht haben, sagen die Bataillone.

Hätten sie es leicht, würde Waves seinen Finger nicht erst vom Panikknopf nehmen, als Yna drei Klicks entfernt ist. Das Stück Flimsi landet im Müll, wo es hingehört.

 


 

Laute Rufe, direkt vor ihren Türen, es blinkt rot in den Gängen, weil die Zwischenschicht sich bewaffnet, nach vorne rennt, die Schocktruppen ihre Schilde hochreisen. Waves sitzt wieder vorne an der Theke, er kann davon kaum etwas hören, die Panzertüren hinter ihm hat Commander Thorn schon schließen lassen, damit kein roter Schimmer nach draußen dringt, kein Geräusch von rennenden Truppen.

Sie vor ihrem Eingangsbereich sollen es nicht wissen, dürfen es nicht, wenn sie gleich reinstürmen.

„Du hast mich geschupst, du shebs!“

„Steh doch allein!“

„Halloho! Dürfen wir rein? Wir wollen unser Paket abholen!“

„Fives, Dogma ist doch kein Paket!“

„Ich bin aber Postbote, hallo, sieht man doch, ich hab die Mütze!“

501.ste, den Farben nach zumindest. Ihr Dunkelblau auf dem weißen Plastoid, wilde, bizarre Muster, jede einzelne einzigartig, sticht aus der Masse heraus. Waves schluckt hart, die Hände ganz ruhig auf dem Tisch liegend. Alles Klone, vielleicht zwanzig Stück, zwei, nein drei ARCs darunter— karkende Scheiße, da kommen noch mehr, die sind orange. 212.te mischt sich mit der 501.sten, es wird wild gekichert, blaue Helme sitzen auf orangenen Rüstungen, bunte Haare, Frisuren, Tattoos werden entblößt, die Hälfte trägt ihre Rüstung nicht mehr ganz, sind obenrum nur in Blacks unterwegs, stattdessen tragen sie bunte zivile Klamotten, Pullis – in Orange und Blau. Mit Namen darauf. Der eine ARC, der mit der fünf auf der Schläfe, hat sich seine Pauldrons über den Pulli gestreift, hält in der Hand einen halbausgetrunkenen Drink, ehe er sich vor Waves Eingangskamera neben dem Öffnungsknopf kniet. „ARC Fives, 501.ste unter dem tollsten, hübschesten Captain der GAR, Captain Rex. Aloha. Wir wollen zu einem von uns, ist Ynas Baby da? Dogma?“

Langsam wird es gruselig. Zwanzig Sekunden später sind die Schocktruppen draußen, Commander Thorn baut sich vor der Masse auf – die Hälfte versucht sich an einem Salut, die andere Hälfte ist dafür zu betrunken, aber sie winken und grinsen enthusiastisch.

Ein Medic – der der 501.sten, zahlreiche Blitze in seine Haare rasiert hat er, steht plötzlich hinter den beiden ARCs, der dritte sichert zur Tür hin. Betrunken oder nicht, sie sind Klone. Kämpfen liegt ihnen im Blut, die beiden Gruppen formieren sich automatisch, ARC Fives mit dem anderen ARC, der ohne alles – kein Tattoo, nichts, exakt Standardhaarschnitt –, stehen vorne, grüßen den Commander und verlangen erneut nach Dogma.

Thorn verweigert, die Stimmung heizt sich auf, Fäuste werden geballt.

„Was soll das heißen, wir wissen, dass er hier ist! Er antwortet nicht auf Nachrichten, ist ihm was passiert--?“

„Natürlich ist er hier, lügt uns doch nicht an, was soll das denn? Was ist mit euch Corries?“

„Klappe jetzt!“ Jemand drängt sich durch die Reihen – Waves hat noch nie so lange Haare bei einem vo’d gesehen, dunkle Kringellocken hängen ihm fast bis auf die Schultern. Er ist ganz in Rüstung, trägt am wenigstens blau, nur Streifen entlang der Arme und Beine und eine Träne auf der Schulterklappe. Für eine Sekunde schaut er in Waves Richtung, dreht den Kopf so, dass er sein Gesicht sehen kann— Ein Baby. Kaum neun, wie ihre eigenen Jüngsten. Und trotz seines Alters halten die ARCs die Klappe, als der vod’ika sich vor sie stellt, den Commander anstarrt. In seinem Körper liegt eine Spannung, als ob er Thorn gleich anspringt. „Ich bin Tup, Dogmas Batch mate. Die haben ihn uns nicht mehr sehen lassen nach… nach Umbarra – Commander, sie haben auch Batch mates, wissen sie, wie das ist, wenn einer lebt, aber nicht mehr antwortet und einem keiner sagt, was los ist! Verdammt, ihr habt sogar Yna weggeschickt! Yna ist eine Captain!“

Und eine Natborn. Vor allem ist sie das. Genau wie die da draußen 501.ste sind, getupft mit der 212.ten macht das keinen Unterschied. Nicht für Thorn, nicht für Commander Fox. Captain Rex mag sein vod’ika sein, Commander Cody der ori’vod, aber sie sind nicht da. Das sind vielleicht ihre Männer, aber nicht sie. Zumal Waves bezweifelt, dass es einen Unterschied machen würde.

Commander Thorn schüttelt den Kopf, sieht Tup an, die drei ARCs dahinter, besonders ARC Fives und der andere, der viel zu normal aussieht für die 501.te. „Tut mir leid, es ist nicht möglich.“

Tups öffnet den Mund, steht einfach nur da, dann ballt er die Fäuste. „Ihr verarscht mich doch, Commander, was soll diese karkende Scheiße! Ihr antwortet nicht auf Mails von unserem Command, weder auf die von Captain Rex, noch von Captain Delta, von ARC Jesse, Echo, Fives, unserem CMO, Kix, von… von Marschallcommander Cody! Nicht mal auf die! Was ist das hier, ist Dogma nie von Kamino zurückgekommen und ihr wollt es nicht sagen?! Ist er bei euch… gestorben und wir sollen es nicht wissen?!“

„Soldat—“

„ICH heiße Tup!“

Hinter Thorn drehen die Schocktruppen ihre Schilde nach vorne. Da ist noch was, irgendwas, was Waves nicht sehen kann, aber es ist, als ob eine Welle durch die bunt markierten Rüstungen geht, ein kollektives Zucken. In der Menge gibt es eine Bewegung, einer der ARCs tritt vor, eine Hand auf Tups Schulter.

„Commander, entschuldigt. Umbarra… hat uns alle mitgenommen. Sie kennen den Bericht, wenn Sie Dogma bei sich haben. Was wir wissen.“

Thorn schweigt eine Sekunde, unbeweglich steht er da, mustert den ARC. „Identifikation.“

„Arschloch.“, kommt es halblaut aus den Reihen, der ARC vor Thorn dreht sich blitzartig nach hinten— Ruhe. Ein Blick hat gereicht.

„ARC-21-1408. Echo. Vod’ika von Captain Rex – und irgendwie von Commander Cody.“

Was auch immer er mit dem Satz erreichen will, auf Commander Thorn hat es keine Auswirkung. Stattdessen schüttelt der Commander nur den Kopf. „Ihr geht jetzt. Alle. Oder ihr landet im Besoffenentank, bis euch Captain Rex oder Commander Cody da rausholen. Das ist ein Befehl, ARC.“

„Sein Name ist Echo, nutzen Sie ihn, Commander.“, zischt der mit der Fünf an der Schläfe, macht einen halben Schritt nach vorne. „Oder warum sagen sie nicht gleich ARC-1408?“

Die ganze Luft scheint sich elektrisch aufzuladen, mit einem Mal verteilt sich die ganze Gruppe, sieht aus, als ob sie gleich nach vorne springen, auf den Commander drauf und ihn zerreißen, da hebt Echo ganz langsam die Hand. „Dogma ist einer von unseren, Commander. Ein vod’ika. Niemand sagt uns, ob es ihm gut geht, wie es ihm geht. Wenn Sie es uns nicht sagen, finden wir es heraus. Das ist ein Versprechen.  – Gehen wir.“

„Aber Echo, die… die sagen uns nicht, wo er ist!“ Tup, der mit den Locken, er gestikuliert wie wild in Thorns Richtung, „Wieso dürfen wir ihn nicht sehen, wieso…!“

Der ARC drückt für eine Sekunde seine Stirn an Tups, legt dann den Arm um seine Schultern und macht den ersten Schritt weg von der Eingangstür. „Wir finden ihn, Tup. Ob mit… oder ohne ihnen.“

„Corries“, zischt einer im Vorbeigehen, „Ich habe nicht Umbarra für die Scheiße hier überlebt. Hätte vermutlich keiner von euch.“

Sie gehen. Die ganze Gruppe zieht ab, folgt dem vordersten ARC, die anderen beiden flankieren Richtung der Corries, besonders Fives starrt sie an, beide Arme locker, fast schon in Boxgrundstellung. „Glück für euch, dass wir auf Echo hören.“

Zwei Minuten später sind sie verschwunden.

 


 

Das... ist unerwartet. Waves hat ja schon so einige gesehen und ist auch viel gewöhnt, aber dass ein Klon mit andersfarbigen Markierungen auftaucht ist selten genug. „Vo’d.“

Gen 1, eindeutig. Waves sperrt hastig sein Datapad, sieht auf—

Ist schon ein vo’d, sicher. Um sein linkes Auge rangelt sich eine rote Narbe, Standardhaarschnitt, wobei die Seiten ein wenig kürzer sind, dafür die obere Partie länger, er hat sich seinen Helm unter den Arm geklemmt, orangene, frisch nachgemalte Markierungen auf dem vernarbten weißen Plastoid. Marschallcommander Cody sieht ihn an, schaut sehr freundlich. „Fox ist nicht da, was? Ich versuche ihn seit gestern zu erreichen.“

Waves nickt einfach mal, Fox ist bestimmt im Senat. Seit wann ist die 212.te wieder da?

Der Marschall seufzt leise, wirft einen kurzen Blick durch ihren Eingangsbereich, die Sicherungsscheiben, geschlossene Panzertüren. Irgendwas liegt in seinem Blick, ehe er zu Waves hinuntersieht. „Und ein anderer Commander?“

„Tut mir leid, Sir, alle im Dienst.“

Das stimmt nicht, Stone schläft, ist vor einer Stunde von einer Blackout-Operation zurückgekommen, blutüberströmt und zitternd, Waves hat vor zehn Minuten noch sein Blut vom Boden gewischt. Wenigstens ist der Commander zurückgekommen, eine Woche war er verschwunden. Eine verdammt lange Woche.

Der Marschall mustert ihn für einige sehr lange Sekunden, der gleiche und doch ganz andere Blick, den Commander Fox hat. Eben doch Batch mates. Aber Waves hätte nicht zwei Jahre auf Coruscant überlebt, wenn er nicht perfekt lügen könnte, so hält er den Blick, trotzdem sehr froh über seinen Helm.

Dann dreht Cody sich zur Seite, seufzt leise. „Na dann. Was dagegen, wenn ich mich hier ein bisschen umsehe?“

Er erwartet kein Nein, macht einen Schritt zur Seite, eigentlich ist es nur eine Formsache, dass der Commander überhaupt etwas sagt. Cody ist Marshall, er steht über allen.

Waves sitzt aber nicht hier, weil es ihm Spaß macht. Er ist die vorderste Front. Sein Tisch und er, die erste Welle. Sie fangen Senatoren ab, Kriminelle, übergriffige Natborns, bevor sie in die Barracken können. Das ist Waves‘ Job. Den einzigen Teil der Garde zu sichern, wo sie sicher sind. Und das wird er tun, völlig egal, dass ihm das Herz bis zum Hals klopft, eine Hand auf den Panikknopf gelegt.  „Tatsächlich ja, Sir. Wir haben aktuell keine Squad, die Sie begleiten könnte. Es tut mir leid. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt?“

Ganz langsam dreht Cody den Kopf zu ihm, blinzelt, einen seltsamen Ausdruck in den Augen. „Wie ist dein Name, vod’ika?“

Unwillkürlich strafft Waves sich, schluckt hart, bevor er im ruhigsten Ton, den er normalerweise bei Senatoren verwendet, „Waves, Sir.“ Sagt.

„Waves also, soso.“ Der Commander tippt mit einem Finger auf Waves‘ Theke, sieht ihn nicht direkt an. „Also Waves. Fox ist mein vod’ika und ich habe ihn seit… einem halben Jahr nicht mehr gesehen oder umarmt. Letzte Woche hat es mich fast erwischt. Ich würde mir gerne eine Umarmung abholen, bevor ich nicht mehr bin. Aber ich komme nicht an ihn heran. Meine Nachrichten gehen ins Leere, meine Anrufe genauso und Leute, die wir zu euch transferieren, verschwinden einfach. Keine Regung, kein Komanruf, keine Nachricht, nichts. Nicht da. Nicht zu erreichen, nie. Das macht etwas mit einem, verstehst du?“

Jetzt ist der Moment, wo Waves den Knopf drückt. Eine unsichtbare Bewegung, kaum mehr als ein Herabsinken des Fingers, doch der Commander hat es trotzdem gesehen, sein Blick zuckt nach unten, auf Waves‘ Hand, ehe er ihn anstarrt, die Augen aufgerissen. „Vo’d. Hast du gerade… wegen mir den Alarm ausgelöst – Was ist los mit der Garde, was ist bei euch?! Ihr zuckt vor uns, vor vo’de, lasst uns unsere Leute nicht sehen – Vergiss es, das regeln wir jetzt und hier. Wo ist Fox?“

Im Senat. Vielleicht. Vielleicht auch auf einer Spec-Ops, der Kanzler hatte ihn sehen wollen. Vielleicht schläft er auch, irgendwie.

Aber heute, ausgerechnet da ist sein Batch mate da, der Prinz von Kamino, der über Waves Theke langt und auf Fox‘ Auslöser drückt. „Vo’d. Wir zwei sprechen uns in zehn Minuten und zwar ganz schnell. Zwing mich nicht, Ponds anzurufen. Ich werde es aber tun – Waves, war nett mit dir. Und jetzt entschuldige mich, ich muss zu meinem vod’ika.“

 


 

 

Was auch immer Cody mit Fox besprochen hat, der Commander kommt einige Stunden später wieder. Nicht allein, nein. Delta im Schlepptau, einen Rucksack in der Hand, die Lippen aufeinandergepresst steht sie hinter Cody, der direkt auf Waves‘ Theke zumarschiert. „Waves, hallo. Wir sind gleich wieder weg, geben nur etwas ab. Delta gehört zu mir, ihre ID, bitte sehr…“

Waves kennt sie, er muss nicht scannen, völlig egal, dass Cody es ihm auf den Tresen legt. Nicht nehmen. Keine Natborns in die Barracken. Niemals.

Knopf. Drücken. Beten.

Der Blick vom Commander wird noch dunkler. „Ist was?“

„Sir, Sie können hier nicht einfach—“

„Und wie ich das kann. Marschallcommander, schon vergessen?“

„Wir sind aber nicht Teil der GAR, Sir, wir operieren allei—“

„Wo ihr verwaltungstechnisch hin ausgelagert seid, ist mir sowas von egal, Kleiner. Aber hier stimmen eine Menge Sachen nicht und wir vermissen einen Mann. Also, nochmal von vorne. Wir zwei, Delta und ich, wir gehen jetzt da rein. Du darfst dich gerne bei Fox beschweren, er darf mich auch gerne holen kommen, dann sehe ich ihn wenigstens mal.“

 In dem Moment schießen die Türen auseinander, Commander Fox steht da, den Helm auf dem Kopf sieht er zu Cody, der zu ihm herumwirbelt.

„Cody.“

Der Marschall der 212.ten bewegt sich keinen Zentimeter. „Fox.“

Für zehn Sekunden starren sich beide an. Ihr Commander soll nicht stehen, Waves sieht das Zittern in seinem kleinen Finger – er muss etwas tun. Das ist sein Job. Waves fängt die erste Welle.

„Sir, Commander Cody, wie ich ihnen bereits sagte, wir haben keine Squad Sie zu begleiten und dieser Bereich ist ohne nicht zugäng—“

„Kleiner, nimm’s bitte nicht persönlich, aber halt die Klappe.“, knurrt der CC zurück, wirft seinen Helm ohne hinzusehen zu Delta und stapft auf Fox zu. „Fox, was zum Teufel läuft hier und wieso—Vergiss es. Komm einfach her.“

Waves springt schon auf, will Cody nach, da zieht der Commander ihren in seine Arme, drückt seine Stirn an Fox und atmet tief aus. „Ihr macht mich alle fertig. Graue Haare, nur wegen euch. Wolffe beißt, Rex macht… Rexsachen, Bly geiert auf seine Jediehefrau und Ponds auf Windu und du, du tust einfach so, als gäbe es dich nicht, es ist fantastisch. Also, vo’dika, umarm mich gefälligst zurück, sonst rufe ich sie wirklich alle an und wir kapern dich.“

Ganz langsam schließt Fox die Arme um Cody, sagt aber keinen Ton, steht dafür stocksteif da, worüber Cody sich im gleichen Moment beschwert. „Werde doch mal weich, alter Mann, was ist das denn! Hast du vergessen, wie Umarmungen funktionieren?“

Wieder keine Antwort, Cody sieht mit einem Mal verstört aus, löst sich abrupt von Fox. „Verdammt, was ist los, redet jetzt hier mal jemand mit mir? Ihr lasst Rex und seine Leute nicht zu Dogma, lasst Yna nicht zu ihm, du weichst uns aus, weichst mir aus und…“

„Kote.“ Fox klingt heiser, Cody schließt den Mund, starrt Fox an, der sich langsam den Helm abzieht. Weiße Locken an den Schläfen, es ist mehr geworden, die Hälfte von Fox‘ Haaren ist von grauen Strähnen durchzogen, seine Augen liegen tief in den Höhlen, das Gesicht beherrscht ohne eine Regung – bis auf die Augen. Fox‘ Blick zuckt zu Delta hinter Cody – sie hält den Helm immer noch -, zu Waves, ehe er ihm ganz knapp zu nickt. „Ist gut, Waves. Ich kümmere mich. Wer ist..?“

Delta taucht neben Cody auf, als würde sie da hingehören, streckt dem Commander ihre Hand entgegen. „Yna Delta, Sir, 212.te.“

„Eine von meinen“ Cody spricht leiser, betont das meinen, während Fox Ynas Hand nimmt. Die Finger zittern, sowohl die Natborn als auch Cody sehen es. „Captain Delta also, ja? Die Captain Delta?“

 


 

 

Die Gänge der Garde sind dunkel, Fox spricht kein Wort, während er sie tiefer reinführt. Fast an den Barracken, vor der Krankenstation, da klommt der Schrei. Blanke Panik, ein Klon, ein jünger. „Bitte, bitte nicht…!“

Krankensttion, die Tür steht offen—Delta ist weg, an ihm vorbei, springt durch die schmale Lücke.

„Dogma!“

Fox braucht zwei Sekunden, ehe er hinter ihr ist, nach ihr greifen will, da packt ihn Cody am Arm, drängt ihn zur Seite und die Natborn ist im Raum, direkt neben Dogmas Bett, der im gleichen Moment hochschießt, völlig desorientiert—„Buir?“

Mit einem Mal bleibt Delta stehen, starrt Dogma an. „Dir geht’s gut. Bei den Sternen, es geht dir gut…“

Dogma streckt die Hand nach ihr aus, eine winzige Geste, und Yna springt vorwärts, presst ihn an ihre Brust. „Es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir so leid, zwanzig Minuten, ich war zwanzig Minuten zu spät und sie hätten dich nie gekriegt, kleiner Stern, es tut mir so leid…“

Was.

Cody hält ihn immer noch in einem Schraubstockgriff, hat ihn gegen die Wand gepresst, verwendet sich selbst als Schild gegen… gegen Fox. Für Delta.

Und er hat irgendwas am Finger, einen harten runden Gegenstand, seit wann trägt Cody Ringe?

Cody blockt Delta.

Kote. Warum. WARUM von allen DU!